Poetry Slam

mette.schacht@web.de & louisekjara@gmail.com 

Poetry Slam

Kjara Hellmuth & Mette Schacht 
17.02.2021 
De GK 13 

Willkommen! 

Schaue dir zum Einstieg zunächst das Video an, um eine Idee vom Poetry Slam zu bekommen.   

Hey Leute,

in unserer heutigen Unterrichtseinheit stellen wir euch die literarische Strömung des Poetry Slams vor und erörtern später die Popularität dieses "Dichterwettstreits". 

Wir würden euch bitten die herausgearbeiteten Inhalte durchzulesen/anzuschauen und zwischendurch, wie auch im Nachhinein, beim interaktiven Teil euren Input zu geben. 

Falls irgendwelche Unklarheiten aufkommen oder ihr Fragen habt, dann stellt uns diese einfach per Kontaktformular oder persönlich. Sofern ihr noch mehr Interesse am Poetry Slam habt, könnt ihr euch über die Buttons noch mehr Material oder Videos anschauen. 

Ansonsten viel Spaß und gutes Gelingen! :)


1. Definition und Merkmale

Poetry Slam/Spoken Word Poetry/Performance-Poesie
Poetry (Englisch): Dichtung, Poesie               
Slam (Englisch): zuschlagen, zuknallen

Moderne Veranstaltungsform der Dichtkunst, wo Künstler gegeneinander mit selbstgeschriebenen Texten und vor Publikum antreten.

Wörterbuch

KünstlerInnen → "Slam Poeten" oder "Slammer" 

Veranstalter & Gastgeber → "Slam-Master"

Slam Poetry → publikumsbezogene und live performte Literatur

Poetry Slam → literarischer Vortragswettbewerb/Dichterwettstreit

Slam-Texte → vorgetragene (selbstverfasste) Texte

Hauptmerkmale

Der Poetry Slam ist eine literarische Gattung, welche aus den Bereichen der Schriftlichkeit, Mündlichkeit sowie Performance sich zusammensetzt. 

Die Slam-Texte verknüpfen oftmals prosaische, lyrische und dramatische Formen und beinhalten ein weites Themenspektrum.

"Slam poetry attempts to invigorate poetry by giving equal weight to the poetry and the performance of it.“ (Marc Kelly Smith)

  • Die Performance und Inszenierungsart sind konstitutive Bestandteile.

Ziele des Poetry Slams

Öffentliche Dichterschlacht abhalten, welche eine Interaktion zwischen Slammer und Publikum herstellen soll. 

Eine Schnittstelle von Bühne und Literatur etablieren.

  • Übrigens: Poetry Slam ist bereits jetzt die bestbesuchte Kleinkunstsparte im deutschsprachigem Raum. 


2. Themenwahl

Ein Wechsel von Themen und Stimmungen ist gewünscht, um einen Überraschungseffekt zu erzielen. Generell stehen hierzulande meistens Alltagsthemen im Vordergrund. Aufgrund der großen Diversität der Künstler mit unterschiedlichsten kulturellen und sprachlichen Hintergründen (sowie keiner Altersbeschränkung) stehen eine große Bandbreite an Themen im Fokus. In den USA, wo die Gegensätze stärker aufeinanderprallen als in Deutschland, überwiegen soziale Themen wie Rassismuss, Armut, Gewalt...

Somit entsteht eine facettenreiche Veranstaltung inklusive:

  • tiefsinniger Lyrik

  • herzergreifenden Geschichten

  • charmant-witzigem Storytelling

  • salvenartigem Rap-Lyrik

  • ...

mit Bezug zu unterschiedlichsten kulturellen Systemen: 

  • Kabarett, Comedy, Musik, Literatur...

2. Slam-Texte

Die Texte sind ein Medium der Kunstbewegung und leben von der Mündigkeit. Daher besteht oftmals ein geringer Abstraktionsgrad, um für das Publikum schnell verständlich zu sein. Geprägt sind die Texte ebenfalls von Variationen und Wechsel der einzelnen Gattungs- und Stilmerkmalen. Dennoch werden meistens lyrische Texte vorgetragen, da die klanglich-rhythmische Gestaltung sehr publikumswirksam ist und zusätzlich nehmen die Poeten gewöhnlich die Erzählperspektive eines expliziten Ich-Sprechers ein. 

Der Poetry Slam ist keine Improvisationskunst! Die Texte sind medial mündlich, werden jedoch konzeptionell vorher schriftlich verfasst. Typsiche Merkmale eines Slam-Textes sind: 

Aktualität & Kürze

  • mit gesellschaftlicher Relevanz und einer Nähe zum Alltagsgeschehen

  • kompakt verfasst (aufgrund des Zeitlimits)

Klanglichkeit

  • fließender Lese- und Vortragsstil mit expressiver Wirkung 

Intertextualität

  • Verfremdung von unterschiedlichsten Genres 

  • Bezug zu anderen Slam-Texten

Interaktion

  • Aufbau einer Anschlusskommunikation

  • Aufmerksamkeit des Publikums erhalten

Übrigens, ein unausgesprochenes Gesetz im Poetry Slam ist: Es darf kein Genre namens 'Slam Poetry' geben, da es sich beim Poetry Slam um eine offene Bühne handelt, wo alle Genres willkommen sind. Zum Beispiel inklusive:
  • lyrischen Texten (Gedichte, Balladen)

  • gesprochenen a-capella-Rap-Texten (Rap- und Beatlyrik)

  • klassischen Versen (Oden, Hymnen)

  • Klangpoesie oder Erzähltexten (Storytelling/ Kurzgeschichten)


3. Veranstaltungen 

Der weltweit verbreitete Dichterwettstreit wird größtenteils an vielfältigen, lebendigen (und meist öffentlichen) Austragungsorte durchgeführt und durch den Slam-Master moderiert. 

Die Slammer inszenieren ihre Slam-Texte gestisch, mimisch und mit prosodischen Mitteln (verbal) und erhalten im Gegenzug vom Publikum eine Würdigung für die Leistung. Dabei wird ein Fokus auf die Bestandteile der Performance gelegt, inklusive Mittel wie Sprechgeschwindigkeit, Pausen oder Lautstärke. 

Generell lebt der Dichterstreit von der Interaktion zwischen Slammern und Publikum. Dennoch performt der Slammer größtenteils einen Monolog und stellt daher zum Publikum keinen gleichwertigen Dialogpartner dar. 

System

  • Aufeinandertreffen von professionellen Slammern und Amateuren möglich 

  • mehrere Personen treten gegeneinander an in Vorrunden, um sich für das Finale zu qualifizieren 

Wertung

2 typische Verfahren:

  1. Jurytafeln (mit 1 bis 10 Punkten) werden per Zufallsprinzip unter den Zuschauern verteilt

  2. Handzeichen/Applaus der anwesenden Gäste (aussagekräftigste Lautstärke gewinnt) → oftmals im Finale genutzt

Dennoch: gesprochene Wort und Kunst sind wichtiger als in sportlichen Wettkämpfen.

Weitere Poetry-Slam-Bewegungen

  • Pop-Literaten

  • Surf-Poeten

  • Trash-Literaten

  • Science Slam (Vorträge aus Wissenschaftsgebieten mit der Erlaubnis zur Nutzung von Hilfsmitteln)

  • ...

4. Bezug zur Sprache und Lyrik

Die charakteristischen Texte kombinieren verschiedene lyrische, epische und szenerische Mittel. Oftmals nehmen die Slammer Prosodie, Metrik und nonverbale Details (Stimmlage, Gestik, Mimik...) für ihre Texte in Anspruch.

Prosodie: Gesamtheit spezifischer sprachlicher Eigenschaften: Betonung, Akzent, Rhythmus, Intonation (Sprachmelodie), Pausen…

Metrik: rhythmische Bestimmung von Texten aus der Verslehre

Der Dichterwettstreit ermöglicht die Entstehung einer Wechselbeziehung zwischen Text und Performance, wobei ebenfalls die Wirkung des Textes erst durch die klangliche Umsetzung realisiert wird. Außerdem bietet es aufgrund der drei Repräsentationsformen von Sprache die Möglichkeit zur Neuwahrnehmung dieser.

  1. Schreiben (konzeptionelle Schriftlichkeit eines Slam-Textes)

  2. Sprechen  (mediale Mündlichkeit der Performance)

  3. Gebärden (körperliche Unterstreichung des Slam-Textes)

Der deutsche Poetry Slam kann mit unterschiedlichen Bewegungen der Literaturgeschichte verknüpft werden:

  • postmoderne Literatur (80er & 90er Jahre)

  • Dadaismus & Lautgedicht

  • Oral Poetry

  • Spoken Word

  • Pop-Literatur

  • ...

5. Historischer Hintergrund

Schaue dir das Video zum Ursprung und historischen Hintergrund des Poetry Slams an! 

6. Kurzes Quiz

Um dein neues Wissen anzuwenden: Klicke auf den Link, um zu einem kurzen Quiz zu gelangen! Komme danach wieder zur Webseite zurück und schaue dir den Rest zum Poetry Slam an.
Viel Spaß und gutes Gelingen!

Melde dich dafür ggf. mit deiner Schul-Email an.


7. Bekannte Slammer

Sebastian 23

 (Sebastian Rabsahl, *03.03.1979)

  • ein Bestsellerautor, ein Poetry Slammer, ein studierter Philosoph

  • gewann die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam + zahlreiche Kabarettpreise

  • Mitgründer der Lesebühnen in Dortmund und Bochum

  • moderierte zahlreiche Shows

Julia Engelmann

(*13.05.1992)

  • deutsche Schauspielerin, Poetry-Slammerin, Dichterin und Sängerin

  • das Gedicht “eines Tages, baby” bezeichnet sie als den “Urknall” ihrer Karriere

  • 5 Jahre lang nahm sie erfolgreich an Poetry Slams im deutschsprachigen Raum teil

Saul Williams

(*29.02.1972)

  • wurde 1996 zum Grand Slam Champion des Nuyorican Poets Café ernannt

  • im selben Jahr führte er das Slam-Team der Nuyorican Poets zum National Poetry Slam Finale

  • die Geschichte war Gegenstand des Dokumentarfilms SlamNation

8. Popularität des Dichterwettstreits

Schaue dir das Interview und die Diskussion des madstoP Radios an und beantworte anschließend (oder schon währenddessen) die Fragen im Padlet. 

9. Tipps für einen eigenen Text

Falls dir jetzt oder zu einem anderen Moment die Finger vor Aufregung kribbeln mit dem Wunsch einen eigenen Slam-Text verfassen zu wollen, dann schau gerne auf der Webseite für ein paar Ratschläge nach. Oder besuche selber einen Poetry Slam und lasse dich dort inspirieren. 

10. Zusammenfassung

  • Ursprung: 1986 in Chicago

  • literarische Gattung aus Schriftlichkeit, Mündlichkeit und Performance

  • verknüpft oftmals prosaische, lyrische und dramatische Formen

  • großes Spektrum an Themen

  • Interaktion zwischen Slammer und Publikum

  • handelt sich um eine offene Bühne, wo alle Genres willkommen sind

  • lebhafte Alternative zur traditionellen Lyrik

  • international steigende Popularität des Dichterwettstreits

  • 11. Quellen

    Unsere Bild- und Informationsquellen findet ihr über den folgenden Link

Vielen Dank 

für dein Interesse am Poetry Slam und deine tatkräftige Mitarbeit!

Wir hoffen dir den Poetry Slam etwas näher gebracht haben zu können, dich über die Popularität dessen aufgeklärt und dich vielleicht sogar motiviert zu haben den Dichterwettstreit weiter zu verfolgen. 


Kontaktformular

Bei Fragen oder Unklarheiten schreib uns einfach schnell an oder frag uns persönlich! 
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